Weihnachtsbräuche

Was passiert an Weihnachten?

Oh Tannenbaum

Jede Familie hat eine andere Weihnachtstradition. Bei den einen kommt der Weihnachtsmann, bei den anderen das Christkind und bringt die Geschenke. Aber überall darf der Weihnachtsbaum nicht fehlen. Die Tradition gibt es in unserer Region seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Damals wurden Nadelbäume in den Zunftstuben der Handwerker aufgestellt und mit Obst, Süßigkeiten und buntem Papier für die Kinder geschmückt. Dass dieser Brauch gerne von der Bevölkerung angenommen wurde, zeigt eine Verordnung des Haller Rats aus dem Jahre 1758, die das Schlagen von Bäumen im städtischen Wald verbietet. Zu dieser Zeit gab es in den Dörfern allerdings noch keine Christbäume, wie eine Hohenloher Chronik berichtet. Der Weihnachtsbaum mit seinen Lichtern zog erst nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 in jede Stube ein. Später auch bei Katholiken, die zunächst bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine Krippe bevorzugten. Ein schöner Brauch ist es heute (selbstverständlich erst nach Bezahlung), in einem Wald zusammen mit den Kindern den Nadelbaum selbst auszusuchen und dann mit einer Handsäge zu fällen.

Mann mit rotem Gewand

Dass der Weihnachtsmann eine Erfindung eines US-amerikanischen Erfrischungsgetränke-Konzerns ist, gehört zu einer gerne verbreiteten Mär: Schon Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Nord-, Mittel- und Westdeutschland Darstellungen eines gütigen, alten Mannes mit Bart, meist mit einem roten Gewand, einem Geschenksack und einer Rute. Neben Postkarten aus dieser Zeit weist das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ aus demJahre 1835 darauf hin. Erst seit 1931 nutzt der Brausenhersteller diese Darstellung weltweit als Werbeträger.

 

Ob nun vom Weihnachtsmann oder dem Christkind unter den Baum gelegt, über Geschenke freut sich jedes Kind. Bild: Fotolia #128515321 © Konstantin Yuganov

Nikolaus, Weihnachtsmann und Pelzmärtl

Der Weihnachtsmann vereint die Eigenschaften des heiligen Bischofs Nikolaus und seines Begleiters, des Knechts Ruprecht: Die artigen Kinder bekommen ein Geschenk, die unartigen die Rute. Während der Nikolaus in einem weißen Mantel Anfang Dezember die Kinder beschenkt, kommt der rote Weihnachtsmann erst am Heiligen Abend. Im evangelischen Hohenlohe tritt traditionell immer mal wieder der Pelzmärtl (altes Wort „pelzen“
= prügeln und Märtl als Verkleinerungsform von Martin) in Aktion – als Gegenentwurf des katholischen Bischofs Nikolaus. Allerdings kam er in früherer Zeit nicht unbedingt als gütiger, alter Mann, sondern als ein mit Stroh und Ketten behängter, rauer Bursche, der den Kindern keine Geschenke brachte, sondern sie vor allem ermahnte und manchmal auch bestrafte.

Tradition und Moderne

Das Christkind hatte ursprünglich Martin Luther als „Nikolausersatz“ eingeführt. Damit sollte nicht der Heilige verehrt, sondern die Vorfreude auf die Geburt Christi an Weihnachten gesteigert werden. Beide Traditionen blieben aber parallel nebeneinander bestehen. In der Zwischenzeit haben sich die unterschiedlichen Erscheinungsformen vermischt und sind säkularisiert worden. Der Nikolaus-Weihnachtsmann verlor das Ornat, den Bischofsstab und den -Hut. Allen bleibt aber eines gemeinsam: Sie bringen den Kindern und Erwachsenen an Weihnachten die Geschenke.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ruhige und besinnliche Feiertage.

Ihre VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG

Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2016.