Jogginghose kommt nicht in Frage

Schwäbisch Hall, 30.06.2014

Jobbörse der VR-Bank: Hunderte Besucher informieren sich über Berufsausbildung

Firmen, die Auszubildende suchen, und junge Menschen, die nach einem Beruf Ausschau halten: Diese beiden Gruppen trafen am Samstag bei der Jobbörse der VR-Bank in Steinbach aufeinander..

"Gefragt sind Persönlichkeit und Kreativität, bei Bewerbungen sehen wir weniger auf die Schulnoten", sagt Markus Schäffler, Geschäftsführer von Signal-Reklame im Solpark. "Wer bei der Lehrstellensuche durch das gängige Standardraster fällt, ist bei uns vielleicht genau richtig." Bis zu fünf Ausbildungsstellen biete er an. "Wenn sich keine geeigneten Auszubildenden finden, bleiben die Stellen frei. Wir bilden mit Übernahmegarantie aus, die Lehrlinge müssen in unser Team passen."

Signal ist eine von 100 Firmen, Behörden und Innungen, die bei der Jobbörse der VR-Bank am Samstag rund 200 Berufsbilder auf den Kocherwiesen in Steinbach vorstellen. Unter den Vertretern ist Max Roos aus Hall. "Landschaftsgärtner ist mein absoluter Traumberuf, ich habe schon früh meiner Oma im Garten geholfen." Nur drei Bewerbungen hat der 18-Jährige nach Abschluss der Hauptschule Schenkensee geschrieben. Bevor er bei Landschafts- und Gartenbau Thomas eine Ausbildung begonnen hat, absolvierte er dort mehrere Praktika.

Anfang September steht seine praktische Prüfung an, dann wird er übernommen. Nach ein bis drei Jahren Berufspraxis könnte Max die Gartenbau-Fachschule besuchen, um Meister, Techniker oder Fachagrarwirt zu werden.

Katharina Zimmer aus Mainhardt ist mit ihrer Mutter Christina (50) und Bruder Mathias (13) bei der Jobbörse. Die 18-jährige Mainhardterin besucht die Sibilla-Egen-Schule und möchte nach ihrem Abschluss nächstes Jahr "irgendwas mit Sport oder in Richtung Gesundheit machen". Eine Ausbildung im Büro komme für sie nicht in Frage. In der Realschule hat Katharina bereits gelernt, wie eine Bewerbung aussehen sollte. "Man sollte nicht unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch gehen. Und Jogginghosen kommen auch nicht in Frage".

Mit viel Infomaterial macht sich Viktoria Maletin nach knapp zwei Stunden auf den Heimweg. Die 15-Jährige aus Hall möchte die Unterlagen zuhause in Ruhe durchschauen. Im Moment besucht sie die 8. Klasse der Werkrealschule Schenkensee, in welche Richtung ihr Berufswunsch gehen soll, weiß Katharina noch nicht so genau. Ihr gleichaltriger Schulkamerad Nick Kinstler ist da schon ein Stück weiter. Er möchte "irgendwas mit Autos machen" und hat deshalb am Infostand der Innung des Kfz-Gewerbes Hohenlohe-Franken seine Mailadresse hinterlegt.

"Schlussendlich soll der Beruf doch Spaß machen"

"Ich möchte einen Beruf in berufswirtschaftlicher Richtung einschlagen", sagt Sina Wurmthaler aus Ilshofen. Die 16-Jährige hat mit ihrem Vater deshalb Firmen mit dualen Studiengängen besucht. Derzeit besucht Sina das Lise-Meitner-Gymnasium in Crailsheim, die Jobbörse sieht sie als gute Möglichkeit, sich frühzeitig nach Ausbildungsmöglichkeiten umzusehen. Ihr Vater Roland Wurmthaler, Bürgermeister der Stadt Ilshofen, wünscht sich für seine Tochter einen Beruf mit Zukunft. "Wir diskutieren zuhause schon auch das Für und Wider. Aber schlussendlich soll der Beruf doch Spaß machen", so Wurmthaler.

Quelle: Rundschau Gaildorf, 30.06.2014