Truck Trial - Kein Hindernis zu schwierig

Crailsheim, 01.09.2014

Am Wochenende traf sich Europas Truck-Trial-Elite zum fünften EM-Lauf in Crailsheim.

Truck Trial Crailsheim 2014

Zum dritten Mal war Crailsheim Gastgeber der Truck-Trial-Europameisterschaft. An den Steilwänden und den Wasserlöchern des Steinbruchs Heldenmühle haben die Fahrer zwei Tage lang ihr Können gezeigt.

Aus dem Steinbruch Heumann an der Heldenmühle kamen am Wochenende wieder Rauchwolken und donnernder Lärm. Deren Ursprung waren aber dieses Mal keine Sprengungen, sondern die Boliden der Truck-Trial-EM. An den steilen Hängen demonstrierten die Fahrer nicht nur ihr Geschick, sondern auch die Kraft ihrer Maschinen.

"Ich finde es krass, dass wir mit unseren schweren Trucks durch Geländepassagen fahren, die man teilweise nicht mal zu Fuß bewältigt", beschreibt Marc Stegmaier seine Faszination am Trial-Sport. Der 22-Jährige ist Pilot des BFS-Trucksport-Teams aus Kirchberg. Und das Gelände ist schwierig. Neben den Steilhängen sind vor allem das lose Geröll und der schlammige Untergrund die größten Herausforderungen an Mensch und Material.

Die meisten Probleme machte allerdings die Sektion vier am Wasserloch; oder besser gesagt: eine Gruppe von Felsbrocken, die nicht nur dekorativ direkt vor der Einfahrt in die Wertungsprüfung lagen. Doch frei nach dem Motto "von fünf Tonnen Stein lassen wir uns nicht aufhalten", versuchte sich ein Team nach dem anderen an der schwierigen Sektion. Meistens ohne Erfolg. Am ersten Tag durften die Bagger so manchen Offroad-Künstler samt Fahrzeug aus Sektion vier bergen. Diejenigen, die ihr Vehikel aus eigener Kraft aus dem Wasserloch bringen, sind umso glücklicher. Auch das Team BFS gehört dazu. "Wir sind da mit nicht mal 130 Fehlerpunkten rausgekommen", freut sich Co-Pilot Jan Plieninger. Ein Spitzenwert.

Doch so wechselhaft wie das Gelände zeigte sich auch das Wetter am Wochenende. Wurden die Zuschauer am Samstag noch von der Sonne verwöhnt, herrschte am Sonntag das vor, was man im Volksmund "Land unter" nennt. Die rutschigen Hänge wurden noch rutschiger, die tiefen Wasserlöcher noch tiefer. Und die Trucks - die fuhren einfach weiter. Dieser Einsatz wurde belohnt, denn trotz des Dauerregens erschienen die Zuschauer auch am Sonntag zahlreich. Ob mit Freunden, mit Kollegen beim Betriebsausflug oder als Eltern mit Kindern, die Zuschauergruppen waren so verschieden wie die Teams oder deren Herangehensweise an die einzelnen Sektionen.

Dass es beim Truck-Trial familiär zugeht, liegt nicht nur an den vielen Familien unter den Fans. Generell ist die Stimmung im Fahrerlager locker und gemütlich. Jeder hilft jedem, vor, während oder nach einer Sektion. Ein gewisser deutscher Formel-1-Rennstall könnte sich da ruhig eine Scheibe von abschneiden. Und auch wenn der Lauf in Crailsheim heuer keinen Besucherrekord aufgestellt hat, kam die Truck-Trial-EM doch gut an - und lässt auf eine erneute Rückkehr hoffen.

Quelle: Hohenloher Tagblatt, 01.09.2014