"Die Bank zahlt drauf"

Crailsheim, 07.02.2015

In der Region hat die Reihe der Mitglieder-Foren der VR Bank Schwäbsich Hall-Crailsheim eG begonnen. In Onolzheim ging es auch um die Schließung der Geschäftsstelle.

Crailsheim. Nicht zuletzt Nähe und Kundenorientierung hat sich die VR-Bank auf die Fahne geschrieben. Wie kann es da sein, dass die Geschäftsstelle Onolzheim geschlossen wird - wie auch die in Tiefenbach übrigens? Eine Frage, die sicher zahlreiche Kunden und Geschäftspartner der Bank umtreibt - und die Bankvorstand Eberhard Spies beim Mitglieder-Forum am Donnerstagabend in Onolzheim offensiv anging.

Da hatte ein Déjà-vu, wer im Vorjahr bereits Gast des Forums in Wallhausen war. Dort war die Einweihung der neuen Geschäftsstelle am Mühlweg mit dem Aus der Filialen in Wallhausen (an der Kirche) und in Hengstfeld einhergegangen. Die Argumente des Vorstandsvorsitzenden waren hier wie dort fast identisch: Abgesehen vom teuren Sanierungsstau sorge vor allem das veränderte Kundenverhalten für eine neue Situation. Die "Abstimmung mit den Füßen", so Spies, habe ergeben, dass der Unterhalt der Geschäftsstellen schlicht zu aufwendig geworden sei. "Ihre Bank zahlt drauf, wenn es etwa nur alle halbe Stunde einen Kundenbesuch gibt", erklärte er.

Nach der Fusion der Haller und Crailsheimer Banken habe man die Lage über Jahre beobachtet, sogar Personal aufgestockt - und nun eben Schlüsse gezogen. Inzwischen gebe es in Roßfeld und Altenmünster moderne Alternativen. Kartenzahlung, Internetbanking, Paypal und andere Systeme sorgten bei Banken allerorten für weit weniger Kundenverkehr, erläuterte Spies, der den Mitgliedern im Übrigen seinen detailliert-spannenden Jahresbericht mit Blick in die weite (Finanz-)Welt vorlegte (das HT berichtete bereits). Nur so viel: Der VR-Bank geht es bei wegen des Zinsniveaus nicht gerade idealen Rahmenbedingungen gut, der Ertrag stimmt, die Bilanz hat zugelegt.

Für 1. Juli 2015 kündigte Spies einen Wechsel im Vorstand an: Interimsmann Volker König geht, der 42- jährige Alexander Hepperle kommt.

Quelle: Hohenloher Tagblatt, 07. Februar 2015