"Nicht alle Eier in einen Korb"

Schwäbisch Hall, 04.02.2015

Zum ersten von 33 Mitgliederforen im Landkreis kamen am Montagabend rund 280 Kunden aus Schwäbisch Hall. Trotz der Niedrigzinsphase verspricht ihnen der Vorstand eine Dividende von 5,5 Prozent.

Schwäbisch Hall. Damit liege die VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim deutlich über dem Durchschnitt der deutschen Genossenschaftsbanken, stellte Regionaldirektor Matthias Schwarz fest. Er führte durch das Programm.

Die Zahlen von 2014 können sich sehen lassen: Die Bilanzsumme lag bei 1,89 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Bank hat sich auf 181,4 Millionen Euro erhöht. Davon sind knapp 132 Millionen Euro Rücklagen. Auch die Zahl der Mitglieder ging nach oben: um rund 2700 auf 62563. "Eine ordentliche Entwicklung", so Schwarz.

Eberhard Spies kritisiert die Geldpolitik der EZB

Für eine bessere Rendite in der aktuellen Niedrigzinsphase empfahl der Geldexperte Anlegern, überwiegend in Substanzwerte, also in Aktien von Unternehmen mit hohem Eigenkapital, und in Sachwerte zu investieren. Von kurzfristigen und einseitigen Anlagen riet er ab: "Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb", mahnte er.

Nach einem kurzen Exkurs über Griechenland ("Das war eine typische Protestwahl") und den Russland-Ukraine-Konflikt, der ihm wirtschaftlich wie politisch Sorgen bereite, machte der Vorstandsvorsitzende Eberhard Spies seinem Ärger über die Europäische Zentralbank Luft. Sie werfe Geld auf den Markt, was den Zins senke. Das helfe zwar den verschuldeten Staaten sich zu entschulden, "aber auf dem Rücken der Bürger", stellte er klar. Auch aus seiner Sicht sei es gut, in Sachwerte zu investieren, er mahnte aber zu Vorsicht bei Immobilien: Heute gebe es Angebote, die früher bei höherem Zins unverkäuflich waren.

Seine Pläne für 2015: Die VR-Bank wolle das Geschäft mit ihren Verbundpartnern wie der Bausparkasse Hall und Union Investment ausbauen, um den Kunden bessere Anlagemöglichkeiten zu bieten.

Immer mehr Druck bekomme die Bank durch steigende Kosten. Sie führen nach Berechnungen dazu, dass sich das Geschäftsergebnis von 2015 bis 2019 halbieren werde. Gegensteuern will Spies mit verschiedenen Mitteln: Kredite gibt es weiterhin nur für Mitglieder, die auch Kontoinhaber sind. Eine Dividende zahlt die Bank künftig nur noch an aktive Mitglieder. "Auch über Öffnungszeiten müssen wir reden", meinte er. Die Zentrale in Hall habe ab 8.30 Uhr geöffnet, doch komme kein Mensch, weil die umliegenden Geschäfte noch geschlossen sind. Kontoangebote müssten überprüft werden, ob sie noch den Kundenwünschen entsprechen. Auch um einen Stellenabbau kommt die Bank nicht herum: Frei werdende Stellen sollen nicht automatisch neu besetzt werden.

Um zu sparen, werden die VR-Filialen Tiefenbach und Roßfeld sowie Onolzheim und Altenmünster zusammengelegt und die SB-Stelle in Bibersfeld geschlossen. "Die hat uns jährlich einen fünfstelligen Betrag gekostet", so Spies. Ärgerlich findet er er auch die Regelflut der Politik: "Jetzt müssen wir unsere Mitarbeiter einen halben Tag auf einen Lehrgang schicken, wo sie Geldzählen lernen. Als wenn sie das nicht könnten", regte er sich auf.

Festhalten will die Genossenschaftsbank an ihrem Engagement in den Bereichen Ausbildung, Hochschule sowie regionale Projekte und Vereine. 2014 hat sie insgesamt 860.000 Euro dafür eingesetzt.

Kennzahlen der Bilanz 2014

 

Bilanzsumme: 1,890 Mio EUR

Einlagen: 1,254 Mio EUR

Kredite: 979 Mio EUR

Geschäftsguthaben: 49,6 Mio EUR

Rücklagen: 131,8 Mio EUR

Eigenkapital: 181,4 Mio EUR

Dividende 2014: 5,5 Prozent

Mitglieder: 62563

Gesamtengagement Region: 860.603 EUR

Quelle: Haller Tagblatt, 04. Februar 2014