VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim reduziert ihre Öffnungszeiten

Schwäbisch Hall, 25.10.2015

Kunden in den Geschäftsstellen, "wahnsinnige Zunahmen im Online-Bereich". Die VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim reagiert auf diese Entwicklung. Sie verkürzt die Öffnungszeiten.

Zwischen 2012 und 2015 gingen die Kundenbesuche in den Geschäftsstellen des genossenschaftlichen Bankhauses im Landkreis Schwäbisch Hall um durchschnittlich 39 Prozent zurück.

Bundesweit machen Geldhäuser die Erfahrung, dass ihre Kunden 1- bis 2-mal im Jahr in die Geschäftsstellen kommen, 30-mal in den Eingangsbereich, beispielsweise um Geld am Automaten abzuheben, und 50-mal den Internet-Auftritt ihrer Bank anklicken.

"Die Relationen verschieben sich", erkennt Eberhard Spies, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim. Er macht keinen Hehl daraus, dass sein Haus auf das veränderte Verhalten der Kunden reagieren wird. Spies stellt aber auch klar, dass er deutlich unterscheiden möchte zwischen Service- und Beratungszeiten. Die Servicezeit werde eingeschränkt. Die Beratungszeit aber angeboten, wann immer ein Kunde danach fragt.

Der VR-Bank-Manager wundert sich nicht besonders über das veränderte Verhalten der Kunden. Vielmehr räumt Spies ein, dass sich die konkreten Anlässe, eine Filiale zu besuchen, deutlich reduziert hätten. Geld wird nicht mehr am Schalter geholt, sondern am Automaten oder sogar direkt in den Geschäften, in denen Menschen einkaufen. Die Kontoauszüge werden entweder von den Maschinen in den Eingangshallen ausgespuckt oder daheim vom Drucker. "Der Kunde braucht es nicht. Deshalb tun wir es nicht", macht Eberhard Spies deutlich. Er zieht Parallelen zu anderen Geschäften. "Kein Bäcker hat drei Verkäuferinnen hinter der Theke, wenn auch eine reicht."

Die VR-Bank wird ihre Haupt- und Geschäftsstellen von Januar an zwar täglich geöffnet haben, aber nicht mehr so lange wie bisher. Morgens soll eine Stunde später geöffnet werden, ebenso an Nachmittagen. Einige Geschäftsstellen werden halbtags geschlossen bleiben. Insgesamt verringern sich die Servicezeiten der VR-Bank an den Haupt- und Geschäftsstellen um 30 bis 40 Prozent.

Im selben Umfang wird der Personalbedarf zurückgehen. Eberhard Spies räumt ein, dass nicht jede freiwerdende Stelle wieder besetzt wird und dass bei der Übernahme von Auszubildenden strengere Maßstäbe angelegt werden. Der Vorstandsvorsitzende will sich nicht darauf festlegen, wie viele Mitarbeiter die VR-Bank künftig im Service noch braucht. Derzeit beschäftigt die VR-Bank insgesamt rund 385 Mitarbeiter. Die Azubis sind in dieser Zahl mit eingerechnet.

Quelle: Haller Tagblatt, 25. November 2015